
Christian Eder
YELLOW
13. Mai - 11. Juli 2026
Opening reception: Di/ Tue, 12.05.2026, 18.00 - 21.00
Die Galerie Reinthaler präsentiert erstmals Malereien und Bildobjekte von Christian Eder (*1964, Bregenz), in denen die Farbe Gelb mal offen und direkt, mal subtil eingesetzt wird. Gelb erscheint dabei entweder als präzise strukturierende Linie oder als verdichtete Formation und prägt maßgeblich die Ordnung im Bildraum. Die ausschließlich mit Linien, Flächen und Farbe aufgebauten Schichtungen lenken den Blick gezielt auf eine Reflexion des eigenen Sehverhaltens und eröffnen zugleich einen experimentellen Zugang zur Wahrnehmung.
So zeigt sich in einer Arbeit das Gelb als verdichtete lineare Struktur, deren Dynamik sich scheinbar über die Bildränder hinaus in den Raum fortsetzt. In der kreisrunden Arbeit Horizon hingegen streben Gelb und zwei weitere Farben auf die Mitte zu und erzeugen ein Gefühl von Ausgewogenheit, während das Auge dennoch in Bewegung bleibt. In einer anderen Arbeit entfaltet die dichte Anordnung feiner Linien erst bei längerer Betrachtung ihre räumliche Wirkung. Eder arbeitet prozessorientiert und entwickelt seine Werke häufig über mehrere Jahre hinweg in Schichten. Dabei fließen sämtliche Aspekte der visuellen Wahrnehmung ein: Farbe, Linie und Fläche stehen in einem engen Zusammenspiel und treten zugleich in Beziehung zu Raum und Lichteinfall. Seine Malereien überschreiten die Grenzen der Bildfläche und erzeugen eine Illusion von Bewegung.
In seinen Wandobjekten lotet Eder zudem die Möglichkeiten zwischen Tafelbild und Skulptur aus. Besonders deutlich wird dies in der ausgestellten Bildskulptur, in der sich zweidimensionale und dreidimensionale Elemente verbinden: Einzelne Formen treten reliefartig aus der Fläche hervor und verwischen so die Grenze zwischen Malerei und Plastik.
Christian Eder gelingt es, unsere gewohnte Art zu sehen zu hinterfragen und sich von scheinbar feststehenden Bedeutungen zu lösen. Seine Arbeiten laden dazu ein, Sehen nicht als gegeben hinzunehmen, sondern als offenen, stets neu verhandelbaren Prozess zu begreifen.
Galerie Reinthaler presents, for the first time, paintings and pictorial objects by Christian Eder (*1964, Bregenz), in which the color yellow is used at times openly and directly, at other times subtly. Yellow appears either as a precisely structuring line or as a dense formation, significantly shaping the order within the pictorial space. The layered compositions, constructed exclusively of lines, planes, and color, deliberately direct the viewer’s gaze toward a reflection on one’s own visual behavior while simultaneously opening up an experimental approach to perception.
In one work, for instance, the yellow appears as a dense linear structure whose dynamic seems to extend beyond the edges of the picture into the space. In the circular work Horizon, however, yellow and two other colors converge toward the center, creating a sense of balance while the eye remains in motion. In another work, the dense arrangement of fine lines reveals its spatial effect only upon prolonged viewing. Eder works in a process-oriented manner and often develops his works in layers over the course of several years. In doing so, he incorporates all aspects of visual perception: color, line, and plane interact closely and simultaneously relate to space and the incidence of light. His paintings transcend the boundaries of the picture plane and create an illusion of movement.
In his wall-mounted works, Eder also explores the possibilities that lie between panel painting and sculpture. This is particularly evident in the exhibited pictorial sculpture, in which two-dimensional and three-dimensional elements merge: individual forms emerge from the surface in relief, thereby blurring the boundary between painting and sculpture.
Christian Eder succeeds in challenging our habitual way of seeing and in freeing us from seemingly fixed meanings. His works invite us not to take seeing for granted, but to understand it as an open, constantly renegotiable process.




